Der richtige Marker für schicke Flipchartschrift.

Lesbar oder nicht lesbar – auf die Spitze kommt es an!
Der richtige Marker für schicke Flipchartschrift.

Das Thema Schrift ist nicht gerade eines, welches die größte Vorfreude im Workshop auslöst. Über die Notwendigkeit ist man sich allerdings einig und Sätze wie „Ich habe eine Sauklaue“, „Das lerne ich nie“ oder auch „Ich kann einfach nicht schön schreiben“ beanspruchen meist mehrere Workshopteilnehmer für sich. Da muss ich schon um eine Portion Vertrauensvorschuss bitten, damit die Teilnehmer sich selbst überhaupt die Chance geben, es eventuell doch besser zu können als anfangs gedacht.

Gut, dass das Thema Flipchartschrift der Punkt auf der Agenda ist, welcher bereits nach kürzester Zeit die größten Erfolgserlebnisse verspricht. Bei JEDEM! Wirklich jeder kann Moderationsschrift lernen und damit auch lesbare Worte auf das Flipchart zaubern. Ohne Sie liebe Leserin, lieber Leser zu kennen, verspreche ich Ihnen hier und jetzt: SIE, können schön und lesbar schreiben… wenn Sie ein paar einfache Dinge beachten.

Eine regelrechte Feuerwerksatmosphäre mit viel Ahhh und Ohhhh entsteht bereits nach den ersten zwei Minuten. Nämlich dann, wenn Teilnehmer entdecken, dass eine lesbare Flipchartschrift bereits beim richtigen Werkzeug beginnt.
Der Hammer ist das Werkzeug eines Handwerkers.

Der Marker das wirksamste Werkzeug eines Sprechers.

Ob Handwerker oder Sprecher, beide sollten Ihr Werkzeug sinnvoll und angemessen wählen. Beim Handwerker scheinbar normal, bei einem Stift wird eher nach dem erst Besten gegriffen. Schade, denn hier schlummert ein riesiger Hebel für lesbare Schrift. Aber das wird ja jetzt anders. Warten Sie nur ab, am Ende haben Sie gar keine Sauklaue, sondern immer nur den falschen Stift benutzt. Das wäre ja ein Ding.

Lüften wir das größte Geheimnis einer lesbaren Flipchartschrift: Keilspitze statt Rundspitze!

Ja genau, dieser Stift mit der komischen Schräge, von der man nie genau weiß, wie man sie aufs Papier setzen soll. Den können Sie nicht leiden? Macht nichts, Sie werden ihn schnell lieben. Diese Keilspitze ist unser Zauberstab und erfüllt gleich zwei wichtige Kriterien die wir für die Lesbarkeit auf 5-10 Meter Abstand benötigen.

Die Keilspitze erzeugt einen dickeren Strich als die Rundspitze.

Wenn Sie unmittelbar davor stehen, mag Ihnen das gar nicht so sehr auffallen aber gehen Sie mal ein paar Schritte zurück, denn das ist unser Maßstab. Wir schreiben nicht für uns, sondern für die Menschen im Raum, denen wir etwas wichtiges mitzuteilen haben und die sitzen eben ein bisschen weiter weg.

Die Keilspitze erzeugt den Kalligrafie-Effekt.

Wenn Sie mit der runden Spitze schreiben, bleibt die Linie immer gleich breit. Schreiben Sie mit der Keilspitze, variiert die Strichstärke und der Kalligrafie-Effekt entsteht. Und pssst… genau der ist es, der Schrift gut aussehen lässt.
Ich kann Sie bis hierher sagen hören: „Das stimmt ja gar nicht mit der unterschiedlichen Strichstärke. Alles gleich.“ Lassen Sie es mich so sagen. Die Keilspitze ist wie eine Frau, es kommt darauf an, wie man mit ihr umgeht. Sie müssen Sie schon richtig behandeln, wenn Sie Freunde werden wollen. Nein, Blumen helfen hier nicht. Aber diese kleine Anleitung:

Die Keilspitze richtig einsetzen.

Die Keilspitze hat zwei breite und zwei schmale Seiten. Zum Schreiben interessiert uns nur die breite, leicht schräge Seite. Diese Schräge kann je nach Marke des Stiftes variieren. Um den Kalligrafie-Effekt zu erzeugen, müssen wir den Stift so aufsetzen, dass die komplette! breite Seite, bzw. nur dessen Kante, das Papier berührt.Die vier Seiten eines Flipchartmarkers

Machen Sie am besten gleich mit. Nehmen Sie den Stift in die Hand, halten ihn sich vor die Nase und drehen ihn so lange, bis er aussieht wie die Elbphilharmonie. Als Rechtshänder schauen Sie bitte von der Wasserseite, als Linkshänder von der Landseite.

Elphi - Ausrichtung der Flipchartmarker

Ha!, da ist sie. Nun setzen Sie den Stift mit genau dieser breiten Kante auf das Papier. Brechen Sie sich nicht das Handgelenk, eine entspannte Handhaltung ist wichtig, wenn Sie mehr als ein Wort lesbar hinbekommen wollen. „Kippeln“ sie ruhig ein bisschen von rechts nach links, um rauszufinden ob sie wirklich die ganze Breite auf das Papier aufgesetzt haben. Der Teufel ist ein Eichhörnchen, und es sind meist die Kleinigkeiten die Erfolg ausmachen.

Das hier ist unser Tanzbereich, mit dieser Kante zaubern wir gleich die schicke Flipchartschrift.

 

Ich sagte ja bereits, dass die Breite und Schräge der Spitze bei den unterschiedlichen Stift-Marken variiert. Je ausgeprägter die Unterschiede sind, um so leichter fällt es, die „richtige“ Seite zu erkennen und auch die ganze Breite auf das Papier zu bringen. Sie wollen vor Publikum ja sicher nicht erst 2 Minuten die Elbphi-Ansicht suchen.

Haben Sie es geschafft mit einem senkrechten Strich eine schöne breite und satte Linie zu erzeugen? Sehr gut! Nun ist die große Kunst den Stift beim Schreiben nicht mehr zu drehen. Nein, auch nicht ein bisschen, genau so bleibt er in ihrer Hand und Sie achten weiterhin auf die entspannte Handhaltung. Sie glauben gar nicht, zu welchen Verrenkungen Teilnehmer fähig sind, um den Stift doch irgendwie verdreht aufs Papier zu bekommen. Und nun los – schreiben Sie.

Ich verspreche Ihnen, dass Sie schon einen enormen Unterschied bzgl. Ihrer Schrift feststellen werden, wenn Sie sich an diese drei kleinen Regeln halten.

Nun die bittere Nachricht. Ja es tut mir leid, ich hätte Ihnen sagen müssen, dass die Sache einen Haken hat. Aber Sie hätten auch wissen können, dass es immer ein „Aber“ gibt. Ja, ich verspreche, dass Ihre Schrift durch diese drei kleinen Schritte erheblich besser wird. Aber… Sie müssen üben.

Wir sind es nicht gewohnt mit einer solchen Spitze zu schreiben und vermutlich achten Sie sonst überhaupt nicht darauf wie Sie Ihren Stift halten. Von daher müssen Sie nicht nur eine neue Haltung lernen, sondern auch dem Reiz des Gewohnten widerstehen und Schreiben neu erlernen. Klingt komisch, fühlt sich blöd an, ist aber normal und geht wirklich jedem so. Seien Sie daher nett zu sich, wenn Sie üben und sich dieser verdammte Stift einfach immer wieder von alleine dreht. Es wird besser. Schnell sogar. Nur eben nicht von allein.

Viel Erfolg und vergessen Sie nicht das Atmen und Spaß haben beim Üben.

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